Wissen rund ums Essen

Was ist Halal?

Halal ist ein arabisches Wort und heißt „erlaubt“ oder „zulässig“. Im Islam beschreibt es alles, was Muslimen erlaubt ist. Beim Essen heißt das: Speisen und Getränke, die nach den islamischen Speisevorschriften zubereitet sind und keine verbotenen Zutaten enthalten. Hier erfährst du, was dazugehört, wo die Fallstricke liegen und warum Halal-Essen nicht nur für Muslime eine gute Wahl ist.

Die Begriffe

Halal, Haram und was dazwischen liegt

Drei Wörter genügen, um die meisten Gespräche über Halal zu verstehen.

Halal heißt erlaubt

Alles, was nicht ausdrücklich verboten ist, gilt grundsätzlich als erlaubt. Der Koran spricht von dem, was „erlaubt und gut“ ist (Sure 2, Vers 168). Halal ist also der Normalfall und nicht die Ausnahme.

Haram heißt verboten

Haram ist das Gegenteil: Speisen und Getränke, die Muslime nicht zu sich nehmen. Die wichtigsten Verbote stehen im Koran selbst, etwa in Sure 5, Vers 3, und betreffen nur wenige Dinge.

Mashbooh heißt zweifelhaft

Dazwischen liegt, was sich nicht eindeutig zuordnen lässt. Das ist oft eine Zutat, deren Herkunft unbekannt ist. Eine bekannte Überlieferung rät, Zweifelhaftes zu meiden. Genau hier entscheiden klare Angaben darüber, ob jemand ein Gericht bestellt.

Die Grundregeln

Was beim Essen nicht halal ist

Diese Verbote gehen auf den Koran zurück und gelten für alle Muslime.

Schweinefleisch

Schweinefleisch ist verboten, und mit ihm alles, was vom Schwein stammt: Speck, Schmalz, Gelatine aus Schweinehaut oder Zutaten wie bestimmte Emulgatoren, wenn sie aus Schweinefett gewonnen werden.

Alkohol und Rauschmittel

Wein, Bier und Spirituosen sind verboten (Sure 5, Vers 90). Das gilt auch beim Kochen, obwohl ein Teil des Alkohols dabei verdampft.

Blut und verendete Tiere

Blut als Lebensmittel ist verboten, ebenso das Fleisch von Tieren, die nicht geschlachtet wurden, sondern verendet oder getötet worden sind, ohne dass sie ausbluten konnten.

Fleisch ohne rituelle Schlachtung

Fleisch von Rind, Lamm oder Huhn ist nur dann halal, wenn das Tier nach den islamischen Regeln geschlachtet wurde. Am fertigen Stück lässt sich das nicht erkennen, darum kommt es auf die Herkunft an.

Auf den zweiten Blick

Zutaten, die man nicht sofort erkennt

Die meisten Fragen entstehen nicht beim Fleisch, sondern bei Zutaten, die in einer Soße, einem Dessert oder einer Glasur stecken.

Gelatine

Gelatine wird oft aus Schweinehaut gewonnen und ist dann nicht halal. Gelatine aus Fisch oder von einem rituell geschlachteten Rind ist halal. Auf der Verpackung steht die Herkunft nicht immer dabei.

Karmin und Schellack

Der rote Farbstoff Karmin (E120) wird aus Schildläusen gewonnen, der Überzug Schellack (E904) aus dem Sekret der Lackschildlaus. Beide stammen von Insekten, und viele Muslime meiden sie.

Aromen und Extrakte

Vanilleextrakt und viele Aromen werden mit Alkohol als Trägerstoff hergestellt. In der fertigen Speise ist das kaum zu bemerken und steht oft nur klein in der Zutatenliste.

Tierisches Lab im Käse

Für viele Käsesorten wird Lab aus dem Magen junger Kälber verwendet. Halal ist es, wenn das Kalb rituell geschlachtet wurde. Lab aus Mikroorganismen ist ebenfalls halal.

Meerestiere und Pferdefleisch

Fisch ist halal und muss nicht geschlachtet werden. Bei Garnelen, Muscheln und anderen Meerestieren sowie bei Pferdefleisch lohnt es sich, genau hinzusehen.

Emulgatoren und Zusatzstoffe

Stoffe wie Mono- und Diglyceride (E471) können aus Pflanzen oder aus tierischem Fett stammen. Ohne Angabe des Herstellers lässt sich das von außen nicht unterscheiden.

Das Dokument

Was ein Halal-Zertifikat aussagt

Ein Zertifikat ist ein nützlicher Hinweis. Wer es richtig lesen will, sollte wissen, wer es ausstellt und was es abdeckt.

Wer es ausstellt

Halal-Zertifikate stellen Zertifizierungsstellen und islamische Organisationen aus. Sie sehen sich Lieferanten, Rezepturen und Abläufe eines Betriebs an und bestätigen dann, dass er ihren Standard erfüllt.

Welcher Standard gilt

Jede Zertifizierungsstelle legt ihren Standard selbst fest. Wer ein Zertifikat liest, sieht darum am besten auch nach, wer es ausgestellt hat.

Wie lange es gilt

Ein Zertifikat gilt für einen bestimmten Zeitraum und muss danach erneuert werden. Die Erneuerung kostet Geld, und manche kleine Betriebe verzichten darauf, ohne ihre Küche zu ändern. Ein abgelaufenes Datum ist darum kein Urteil über das Essen.

Im Alltag

Warum Halal für Muslime wichtig ist

Es ist ein Gebot

Für Muslime sind die Speisevorschriften keine Vorliebe, sondern ein Gebot. Sie betreffen jede Mahlzeit, das schnelle Mittagessen genauso wie das Familienfest.

Niemand sieht in die Küche

Wer auswärts isst oder bestellt, kann nicht selbst nachsehen, woher das Fleisch kommt oder was in der Soße steckt. Er braucht Angaben, auf die er sich stützen kann, und einen Betrieb, den er fragen kann.

Für alle

Was Halal-Essen auch Nicht-Muslimen bietet

Halal-Essen kann jeder essen, und viele schätzen es aus ganz eigenen Gründen.

Klar, woher es kommt

Wer halal kocht, muss wissen, woher Fleisch und Zutaten stammen. Davon hast du auch dann etwas, wenn du einfach wissen willst, was auf deinem Teller liegt.

Ohne Alkohol und ohne Schweinefleisch

In Halal-Essen steckt kein Alkohol, auch nicht in Soßen, Desserts oder Glasuren, und nichts vom Schwein. Das ist praktisch für Kinder und für alle, die aus eigenen Gründen darauf verzichten.

Ein Essen für alle am Tisch

Wer für Gäste kocht, ein Büroessen plant oder mit Freunden bestellt, möchte, dass alle mitessen können. Mit Halal-Essen geht das ohne Sonderbestellung.

Halal ist keine eigene Küche

Halal sagt nichts über den Geschmack. Burger, Pizza, Döner, Currys und Wiener Klassiker lassen sich halal zubereiten. Du verzichtest auf nichts außer auf das, was nicht hineingehört.

Memnoora in Wien

Entdecke Anbieter, denen Halal am Herzen liegt

Memnoora ist eine App für Wien, über die du bei Lokalen bestellst, die sich schriftlich zu unseren Halal-Anforderungen verpflichtet haben. Du siehst bei jedem Lokal, wie es um das Zertifikat steht, und entscheidest selbst.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten zu Halal

Was heißt halal auf Deutsch?

Halal heißt „erlaubt“ oder „zulässig“. Das Gegenteil ist haram, also „verboten“. Im Zusammenhang mit Essen beschreibt halal Speisen und Getränke, die nach den islamischen Speisevorschriften erlaubt sind.

Ist Fisch halal?

Ja, Fisch ist halal und muss nicht rituell geschlachtet werden. Wenn du bei Garnelen, Muscheln oder anderen Meerestieren sicher sein willst, frag beim Lokal nach. Bei Memnoora verlangen wir, dass die Betriebe sie in der Beschreibung des Gerichts nennen.

Ist Gelatine halal?

Das hängt von der Herkunft ab. Gelatine vom Schwein ist nicht halal. Gelatine aus Fisch oder von einem rituell geschlachteten Rind ist halal.

Darf beim Kochen Alkohol verwendet werden?

Nein. Mit Wein, Bier oder Spirituosen zu kochen ist nicht halal, auch wenn ein Teil des Alkohols verdampft. Bei Memnoora verpflichtet sich jeder Betrieb vertraglich, ganz auf Alkohol zu verzichten, auch in Aromen und Glasuren. Das verlangen wir, bevor wir einen Betrieb aufnehmen.

Ist Halal-Essen nur etwas für Muslime?

Nein. Halal-Essen kann jeder essen, und viele beliebte Gerichte sind ohnehin halal. Was es auch Nicht-Muslimen bietet, steht im Abschnitt Für alle.

Woran erkenne ich ein Halal-Restaurant in Wien?

Ein Schild an der Tür sagt wenig darüber, wer es vergeben hat. Hilfreicher sind ein Zertifikat mit Aussteller und Ablaufdatum und ein Betrieb, der dir Fragen zur Herkunft des Fleisches beantwortet.

Bei Memnoora verpflichtet sich jedes Lokal schriftlich zu unseren Halal-Anforderungen, und du siehst in der App, wie es um das Zertifikat steht. Was wir dabei prüfen und was nicht, steht auf der Seite Halal bei Memnoora.

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